Heißes Eisen – Geschlechterrolle

Die Zeitungen und sozialen Medien sind überfüllt von Berichten über Gewalt an Frauen, sexueller Belästigung, Me Too.

(„Me too“ ist Englisch für „Ich auch“ und wurde als Hashtag #MeToo zum Symbol einer weltweiten Bewegung gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Die Kampagne ermutigt Betroffene, ihre Erfahrungen zu teilen, um das Ausmaß des Missbrauchs aufzuzeigen. Es bedeutet: „Mir ist das auch passiert“)

Mittlerweile spricht man aber leider auch von einem „Pence-Effekt“.

(benannt nach US-Vizepräsident Mike Pence, der gesagt hatte, er vermeide es, allein mit einer anderen Frau als seiner Ehefrau zu speisen.)

Nur um es mal in aller Deutlichkeit zu sagen. Zu sexueller Belästigung gehören zum Beispiel taxierende Blicke, Pfiffe, Bemerkungen über die Figur/das Aussehen, obszöne Witze, „zufällige“ Berührungen sowie Angrapschen insbesondere an Brust und Po.

Seit 2016 ist es auch ohne direkte Androhung oder Ausübung von Gewalt strafbar und im Paragraf 177 des Strafgesetzbuches geregelt. Demnach begeht jeder einen sexuellen Übergriff, der “gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt”.

So gut, so schön.

Selbstverständlich ist gegen jeden Übergriff rigoros vorzugehen. Leider gibt es aber immer wieder Frauen, die diese Gesetze und Vorschriften unangebracht einsetzen. So reicht oft schon eine „falsche“ Anschuldigung um das männliche Geschlecht in eine sehr unangenehme Situation bringen, die auch bis zur Kündigung führen kann.

Gut, dass es in den meisten Fällen zur Aufklärung kommt. Allerdings bleibt immer ein bitterer Restgeschmack stehen. „wer weiß – der hat ja schon einmal damit zu tun gehabt – er sieht ja schon so aus“ – sind die Sätze, die dann im Umgang mit ehemals Beschuldigten sehr leichtfertig über die Lippen kommen.

Wir von der Personalvertretung stehen jeder belästigten Person selbstverständlich zur Seite, begleiten sie und leiten die notwendigen Schritte umgehend ein.

Wir von der Personalvertretung ersuchen aber auch die Frauen, eindringlich, falsche Anschuldigungen bleiben zu lassen. Damit schadet man nicht nur der Person, die beschuldigt wird, sondern fördert die Unglaubwürdigkeit von echten Opfern.

Solltest du mit dieser Problematik konfrontiert sein, und wenn es nur im Ansatz ist, wende dich bitte umgehend an den/die Personalvertreter*in deines Vertrauens.

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