Es ist viel passiert, in den 34 Jahren. Ich habe viele Menschen kommen und auch gehen sehen. Schulleiter, Lehrer, und unzählige Schüler. Klingt das nach etwas Wehmut? Nein, ist nicht so. Ich habe sie verloren, besser noch, sie wurde mir verloren lassen.
Gestern war mein letzter Schultag, in Unterrichtszeit gemessen. Ich verabschiedete mich von einer Klasse, in der ich, zu meiner Ehre gereichend und im Einverständnis des Klassenvoestandes, Vorträge gehalten habe. Das war mir und die Verabschiedung von manchen Lehrern, ein Bedürfnis. Dann verschwand ich durch einen Hinterausgang, zu einem Freund, einem geschätzten Kollegen.
Wir stellten den hypothetischen Fall auf, wie ein Anliegen durch die Dienststelle, inklusive Einschuler, zwei an der Zahl, denn wir haben ja genug, behandelt würde. Es hätte mir egal sein können, doch kam mir sofort wieder ein Coctail an Unmut, Kritik und auch Zorn war dabei, der immer in mir zu keimen beginnt, wenn ich solch unprofessionelle Handhabung im Umganges mit Mitarbeiter, die speziell in diesem Fall und das ist der Unterschied, stets nicht nur bemüht, sondern auch eben professionell und einer Berufsehre ausgestattet, die Schule als Schulwart führt, hoch.
Dabei stehen KollegInnen in ihrem „Sonderstatus“ dabei, die, zugegebener weise nicht die Dienstjahre und auch nicht die Schulung aufbringen, um Einschätzungen über den Arbeitsaufwand, abzuliefern. Dabei komme ich nicht umhin zu unterstellen, dass sie möglicherweise keine, oder „blinde“ Spiegel an ihrem Dienstort habenund sich nicht, im Spiegel blickend, fragen können: “ Was tu ich eigentlich da, oder was tu ich nicht, tu ich das Richtige, oder ist es mir egal?“ Was sich danach, wenn dies möglicherweise zwischen den, die Dienststelle vertretenden Personen, über diesen Fall besprochen wird, wurde, entzieht sich selbstverständlich unserer Kenntnis.
Fazit: Ich schluckte meinen Coctail hinunter, nicht ohne, etwas später, bei einem alkoholfreiem Bier mit hochrangigen Vertretern unserer Gesellschaft, allesamt Sozialisten der alten Garde, zu diskutieren, um zu ergründen, was mit unserer Gesellschaft schief läuft.
Ich bin froh, dass ich mir, weil es mir nicht egal ist, Gedanken machen zu dürfen. Die Auswirkungen des berufsspezifischen Verfalles gehören für mich, habe ich sie selbst nur mehr periphär miterlebt, der Vergangenheit an.
NY01
